I never believed Jesus was a capricorn, but it made sense to me that Elvis was – Live Music #5

Letzten Monat war ich in Nashville. Und selbstverständlich gab es da ein paar richtig gute Konzerte. Da ich leider immer noch keine vernünftige Kamera habe, sind die Photos – allesamt in dunkler Umgebung aufgenommen – offensichtlich mehr Unfälle als alles andere. Aber bei Musik geht es ja auch nicht ums gucken.

. September 23, 2015 — RayLand Baxter @ Acme Feed & Seed .

RayLand Baxter

Die erste Show, die ich während der Zeit in Nashville besucht habe, war ein absolutes Highlight. Nur ein oder zwei Tage vorher hatte ich irgendwo gelesen, dass RayLand Baxter in Nashville ein Konzert gibt. Den hatte ich zuletzt im Juli in Köln gesehen, als er vor den Alabama Shakes gespielt hat.  Im Gegensatz zu damals hat er in Nashville aber nicht alleine gespielt, sondern mit Band. Und das war gut so.

Das Ganze fand statt auf der Dachterrasse vom Acme Feed & Seed, einer noch ziemlich jungen Location in Downtown Nashville, ganz unten Ecke Broadway und 1st Ave S, direkt am Fluss. Der Blick von da oben war großartig; wirklich schade das mit der Kamera. Und nicht nur war die Location toll, sondern auch noch der Eintritt frei. Und – man glaubt es kaum – das Bier war auch noch umsonst. Wenn man dann noch die höchst angenehme Außentemperatur von ca. 24°C um etwa 10 Uhr abends hinzunimmt – die Rahmenbedingungen hätten besser nicht sein können.

Und dann hat die RayLand Baxter Band die Terrasse sprichwörtlich abgerissen. Das war eigentlich nicht zu erwarten, da seine beiden Alben ja oft genug eher nach Folk oder Country-Pop klingen. Da hatte er aber an diesem Abend offenbar keinen Bock drauf, statt der akustischen die elektrische Gitarre mitgebracht und den Verstärker ein bisschen weiter aufgedreht. Den Leuten war’s recht, und die Stimmung auf dem Dach ausgezeichnet. Zwischendurch hat die Band auch das ein oder andere Cover gespielt, ich kann mich gerade nur an die Version von Bob Dylan’s Love Sick erinnern. Das finale furioso bestand schließlich in einer längeren Version von RayLand Baxter’s eigenem “Young Man,” das nach einem mehrminütigen Geschredder auf der unglaublich satt klingenden Les Paul in einem schönen Feedback endete.

Ungefähr so:

. September 24, 2015 — Eagles Of Death Metal @ Cannery Ballroom .

Jesse Hughes

Einen Tag darauf war dann das Eagles of Death Metal Konzert im Cannery Ballroom, für das ich noch auf den letzten Drücker Tickets ergattern konnte. Die Band ist ja scheinbar eh fast ununterbrochen auf Tour, aber diesen Herbst wohl speziell um das neue Album “Zipper Down” zu promoten. Davon hab ich bisher kaum was gehört, und auch bei dem etwa zweieinhalb-stündigen Konzert fielen neue Songs jedenfalls nicht großartig auf.

Das war aber auch überhaupt nicht nötig, die “alten” Sachen hatte ich nämlich auch schon seit ner ganzen Weile nicht mehr gehört. Und überhaupt geht es ja bei den EoDM mehr um den Modus, und wie das ganze transportiert wird, als den Inhalt. Die könnten von mir aus auch Christina Aguilera und/oder Justin Bieber Songs covern, würde ich mir genauso reinziehen.

Offenbar hatte Jesse Hughes, der Sänger und Kopf der Band, an dem Tag auch noch Geburtstag, weswegen die Stimmung vielleicht umso ausgelassener war. Er hatte jedenfalls augenscheinlich großen Spaß an seinem Auftritt, und das kam beim Publikum natürlich gut an. Zwischendurch wurde dann auch eine Geburtstagstorte auf die Bühne gebracht, und er durfte die Kerzen auspusten. Davor (oder danach?) hatte er eine gute Dreiviertelstunde ohne Band eine hervorragende Solo-peformance hingelegt. Ich kann mich nicht mehr erinnern, welche Lieder er da gespielt hat, aber in meinen Ohren waren diese 5 oder 6 Stücke das Beste des ganzen Abends. Trotz der relativ großen Halle wurde die Show dadurch beinah intim.

. October 6, 2015 — José Gonzalez @ The Mercy Lounge .

Jose Gonzalez

Für das Konzert von José González hatte ich erst nachmittags Tickets gewonnen. Der Groove hatte die Karten verlost, und mit etwas Glück wurde dann mein merkwürdiger, ausländischer Name gezogen. Sehr zur Freude von Mary übrigens, die eigentlich Karten hatte kaufen wollen, dann aber zu lange gezögert hat und das Konzert eigentlich seit mehreren Wochen ausverkauft war.

Die Musik von José González ist ja eigentlich nicht so ganz mein Geschmack, auch wenn ich eine Zeit lang eines der Junip-Alben mal ganz gerne gehört habe. Aber der Typ hat es zugegebenermaßen echt drauf. Nicht nur dass er ein guter Gitarrist ist, der Sound der ganzen Band hat was sehr eigenes und echt packendes. Ich hatte teilweise das Gefühl, der Sound kommt nicht aus den Instrumenten und Boxen, sondern wie ein dicker, alter Baum, der immer weiter wachsen will, direkt aus den Brettern im Bühnenboden herausgewachsen und macht sich im ganzen Raum breit. Der Klang ist so organisch und plastisch; jetzt verstehe ich auch warum José González von seinen Fans so geliebt wird.

. October 10, 2015 — William Tyler Band @ Two Boots Pizza .

Version 3

Zugabe: Die William Tyler Band auf der Terrasse von Two Boots Pizza war das letzte Konzert während meines Nashville-Besuchs. William Tyler hatte ich im Juli 2014 mal bei Third Man Records gesehen, damals auch solo und akustisch. Diesmal war er mit der elektrischen Gitarre unterwegs – wohl gerade zurück in Nashville von seiner Tour mit Wilco – und hat ein Gratis-Konzert gegeben. Danach habe ich mir erst mal alle William Tyler-Platten gekauft, die ich auftreiben konnte. Mehr will ich dazu auch gar nicht sagen. Außer: Tip! Musik anhören von William Tyler!

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